Hallo zusammen.
Ich könnte mir sehr gut vorstellen ein reines E Auto als Erstwagen zu nutzen, da meine Haupstrecken eher kürzerer Natur sind und ich meine beiden Lieblinge ungern mit Kurzstrecken quäle. Da ich hier aber keine Lademöglichkeiten habe und auch keine schaffen kann, kommt es für mich nicht in Frage. Da bleibe ich bei Fahrrad wenn möglich und Benziner wenn nötig.
Was den Umweltgedanken angeht, da kommt man mit E Fahrzeugen allerdings aktuell noch nicht sehr weit. Egal welche Studie man heranzieht beginnen CO2 Vorteile von E Fahrzeugen i.d.R bei über ~100000km Laufleistung unter Anwendung von 100% Ökostrom. Bei unserem aktuellen schon deutlich besser gewordenen Strommix häufig erst bei ~200000km.
Heißt aktuell sind nur Fahrzeuge mit einer kleinen Batterie z.B. E Up, iD3 mit kleiner Batterie wirklich umweltfreundlicher.
Weiterer Nachteil ist man geht immer erst in "Vorkasse" und startet mit einem CO2 Rucksack. Also wer jetzt was tun will ist damit falsch beraten. Man muss sein E Auto schon lange halten.
Auf lange Sicht dürfte aufgrund des Fortschritts beim Strommix, Batterieentwicklung sich der umwelttechnisch sinnvolle Einsatzbereich von reinen E-Autos vergrößern, aber das ist noch nicht der Fall!
Haken an der Sache ist auch, dass sich mit deutlicher Vergrößerung der E Fahrzeug Flotte sich die Situation verschlechtert. Der lieferbare Anteil an Ökostrom wird kleiner, die Schaffung der Infrastruktur erzeugt jede Menge CO2, die Stromnetze müssen ausgebaut werden, die Stromspeicherung stellt ein weiteres großes Problem da. Ebenso die Nutzung der Altautos. Für gebrauchte reine E-Autos gibt es selbst in Europa kaum einen Markt und in Afrika,... kann die auch keiner gebrauchen. Hierfür muss man noch Lösungen finden.
Das braucht alles Zeit, aber wird von der Politik ignoriert.
Deswegen empfinde ich den aktuellen politischen Druck auch als sehr befremdlich und die aktuellen Maßnahmen.
Die Politik torpediert Techniken in denen wir führrend sind und die die meisten Arbeitsplätze stellt und sorgt damit nahezu für technologischen Stillstand in dem Bereich und fördert eine Technik massiv die umwelttechnisch nur einen begrenzten Nutzen aktuell hat.
Es wird übrigens auch immer behauptet, dass mit herkömmlichen Technolgien keine größeren Sprünge mehr möglich sind. Das ist falsch.
Wenn man die selben Einschränkungen hinnimt wie beim E Fahrzeug, Tempo max. 120 oder 160, nur automatisiertes Schalten, dann ist da noch sehr viel möglich. Gerade auch in Kombination als Hybrid.
Außerdem kann man mit regenerativen Kraftstoffen sofort der Umwelt helfen in dem die vorhandene Fahrzeugflotte damit betankt wird. Sicherlich ist auch bei dem Thema noch viel Arbeit Mengenverfügbarkeit, Energieeinsatz... . Aber das Thema hat es sicherlich nicht verdient ignoriert zu werden.
Populistisch gesagt: Der kleine Mann in seinem Plattenbau und seinem alten Verbrenner wird aktuell bestraft mit höheren Steuern, während Besserverdiener mit Eigenheimlademöglichkeit noch Geld für ihr neues E-Auto bekommen. Kaum Umweltnutzen bei max. sozialer Ungerechtigkeit!
Wenn man wirklich für die Umwelt verkehrstechnisch was tun will, dann muss man weg vom motorisierten Individualverkehr. Bus und Schienennetze ausbauen und Fahrradwege fördern wäre dann das Richtige.
Am Ende muss aber jeder für sich selber entscheiden, was er gegen den Klimawandel tut oder auch nicht bereit ist zu tun und dazu dann auch zu stehen. Zumindest kann Stand heute in 30 Jahren niemand mehr sagen, wenn er gewusst hätte, wie schlimm das wird, hätte er sich in 2020 anders verhalten.
Gruß
Gunther
Da gabe ich dir völlig Recht. Mit dem E-Up und ökologisch Laden machst du auch sicherlich nichts falsch.

Den Klimawandel wenden wir aber sich nicht in Deutschland ab und schon gar nicht mit E-Autos! 
Wenn man das wollte, dann hieße es jetzt verzichten in allen Bereichen Individualverkehr, Fleischkonsum, Reisen, Komfort... . Und wir müssten mit den neusten Technologien global zusammen arbeiten. Und damit das funktioniert müsste man dafür die anderen Großen gewinnen. USA, China, Russland, Indien und auf lange Sicht Afrika. Ich möchte dran glauben, aber ich tue es nicht. 
Da ist es doch einfacher den Leuten zu erzählen sie müssten nur E Autos kaufen und dann wird die Zukunft schon grün.
Die beste CO2 Maßnahme der letzten Jahrzehnte war wahrscheinlich Corona und die war nicht von Menschen gemacht. Hoffe ich zumindest. 
-- Beitrag erweitert um 21:12 Uhr -- Vorheriger Beitrag war von 20:14 Uhr --
Bei dem Unternehmen hängen nach Angaben von Mitte 2019 weltweit etwa 50 000 Arbeitsplätze allein vom Diesel ab, der wegen seines vergleichsweise hohen Schadstoff-Ausstoßes besonders in die Kritik geraten ist."
Gruß
Guntrher
Auch hier hat sich eine Menge getan, was wenig beachtet wird.
Aktuelle Diesel reduzieren i.d.R. , sobald sie betriebswarm sind, Ruß und Stickoxidemissionen in der Umgebung, da ihr Ausstoß meist unter den Werten der Umgebungsluft liegen.
CO2 und andere Emissionen fallen natürlich noch an, aber auch in immer geringeren Mengen.
Das man die Autoindustrie in die Mangel nimmt finde ich völlig richtig.
(Warum überwiegend nur die Einheimische nur sehr begrenzt.)
Man muss aber auch sich selbst als Verbraucher und die Politik anzählen.
Wo keine funktionierenden Kontrollen herrschen wird betrogen ( Lebensmitel-, Pharma-,... Energieindustrie). Das zieht diese gewinnstrebende System förmlich so mit sich.
Zum anderen wo steht der Verbraucher? Hat der ökologische Produkte in Massen gekauft? Nein! Hat einer nachgefragt was sein Neuwagen so ausstößt? Nicht wirklich. 99% interessierte sich doch nur wie schnell ist der, wieviel Platz hat der und was kostet mich das.
Wer würde den heute ehrlich ein Verbrenner Auto kaufen, was 50% weniger Emissionen verursacht, aber dafür 25% weniger Leistung+Drehmoment hat, 10% mehr kostet und höhere Wartungskosten verursacht? So viele wie freiwillig auf billiges Fleisch verzichten. Wenige.
-- Beitrag erweitert um 21:25 Uhr -- Vorheriger Beitrag war von 21:12 Uhr --
Zum Verbrauch eines AKTUELLEN Diesels habe ich eigentlich alles alles geschrieben. 7 Liter kann ich nirgends glaubhaft nachlesen und deckt sich nicht mit meinen eigenen Erfahrungen.
Lassen wir es doch so stehen.
Aus der Sicht eines E-Fahreres Diesel bei modernen Autos ca 7 Liter auf 100 km im Drittelmix nicht Schleichfahrt, Strom ca. 15 kw/h Real.
Aus der Sicht des bösen Verbrennerfahrers:
Aktueller Diesel ca 5,5 Liter bei Fahrten, was der Ruhrpott so hergibt und 19,5 kw/h bei Test der Fachpresse eines E-Zossen.
Das geht (ging) schon mit viel Kurzstrecke und einem harten Gasfuß. 
Weiß ich noch aus eigener Erfahrung Audi A3 1.9 TDI 130PS Pumpedüse und der Nachfolger 2.0l TDI 140PS Common Rail. Schnitt meist 6,5-7l 
Mit E-Auto Fahrweise habe aber auch ich selbst mit einem V6TDI Phaeton die 7l unterboten. Vor 10Jahren! 