Kompressionswerte messen

  • Hi Corrado-Freunde,

    so nun hab ich auch mal eine Frage bezüglich Kompressionswerte vom Corrado G60.
    Wie messe ich die? Also beim Polo (den ich als Winterauto habe), ist das einfach, weil ja kein G-Lader drauf sitzt. Nur wie sieht das dann aus, wenn ein G-Lader drauf sitzt aus?

    Und welche Messwerte sind normal? Hatte in der Suche folgende Werte gesehen: zwischen 8 und 12 bar pro Zylinder (und max. 2 bar Unterschied pro Zylinder) sind ok. Mindestgrenze bzw. Motorüberholgrenze liegt bei ca. 6 bar.

    Wäre über Hilfe erfreut.


    Grüssle Günni

    Corrado G60 - 1. Hand - 103.800 km - Bj. 1990 - Originalzustand - Scheckheft bis 75.305 km

  • Zitat

    Wie messe ich die?

    Wie bei jedem anderen Auto auch, der Lader hat da keinen Einfluss, da der bei Anlasserdrehzahl so gut wie keinen Druck aufbaut.
    Also Kerzen raus, Zündung stillegen (wichtig, sonst gibts evtl. Überspannungsschäden!), Messgerät rein, vollgas und 5-10sec. Anlasser betätigen.

  • nur so misst du richtig, steht in jedem Reperaturleitfaden, und ist ja auch logisch, wenn zuwenig Luft rein kann, kann diese auch net so komprimiert werden, wie es eigentlich soll. Deshalb auch Psycho´s Tip mit Schlauch abmachen weiter oben, dann kann er noch freier Atmen...

  • Interessanter Thread.

    3 Dinge die mir aufgefallen sind:

    1.
    Kompressionsdruck ist nicht gleich Verdichtungsverhältniss:
    Die Messung des Drucks dient lediglich dazu zu sehen, wieviel Druck der Zylinder aufbauen kann bzw. wie gut die Kolbenringe, Ventile usw. dichten!
    Das Verhältniss kann nur errechnet werden, wenn man Dinge wie Brennräume, Hub, ZKD-Stärke, etc. kennt.

    2.
    Warum kann ein Benziner nicht 15bar aufbauen ?!.... Bei meinem Golf waren es nachdem der Motor NEU gemacht wurde 14,5 auf allen 4 Zylindern. Gute Werte sind allerdings schon alles ab 11bar aufwärts.

    3.
    Die Drosselklappe(n) muss immer voll geöffnet sein, da sonst das Ergebniss durch schwankende Fließfähigkeit der einzelnen Kanäle abweichen kann. (Dies ist jedoch bei Motoren mit nur EINER Drossel zu vernachlässigen. Bei einem 4 Zylinder mit 2 Weber DCOE z. Bsp. hat jeder Zyl. eine seperate Drossel, diese kann je nach Leerlaufeinstellung unterschiedlich weit geöffnet sein (im Leerlauf).Dies kann dann die Werte verfälschen. Deshalb sollte bei einer Kompressionsmessung IMMER mit Vollgas gemessen werden.

    Kleine Anmerkung noch zum eigentlichen DruckWERT.

    Entscheidend ist nicht die Höhe, sondern viel mehr wie weit die Abweichungen zueinader sind(Zylinder 1-4). Faustformel hierbei: Max 1Bar Abweichung, sonst kann es zu Leistungsverlusten kommen da der betroffene Zylinder dann eine schlechter Füllung hat.(Klopfneigung)

    Allerdings sollte ein Benziner tatsächlich nicht unter 8 bar gehen.

    :winking_face:

    69er Mercury Cougar XR7; 83er VW Golf 1 - Racing
    89er VW Golf 1 Cabrio ; 91er VW Corrado G60(von 11/2002 - 02/2006)

    Ein Bild meines "Auto-Quartett´s" ist im Profil von mir zu sehen!

  • mein erster Scirocco 1, BJ78, mit 70PS Motor MKB JB war auch nur 8,0:1 verdichtet, obwohl Sauger, und hatte im einwandfreien Zustand auch 10-12Bar Kompression. Untergrenze war laut VW glaub ich, 7,5 Bar, bin mir aber nimmer ganz sicher...

  • 12Bar sind beim G60 keine seltenheit und 100% möglich.

    Was die Verdichtung angeht.... so wie ich gelesen hab ändert sich die Kompression bei Änderung des Verdichtungsverhältnisses nicht.

    mit einer höheren oder niedrigeren Verdichtung senke oder hebe ich den Hubraum an. d.h. ich bekomme mehr oder weniger Gas / Luft gemisch in den Brennraum gedrückt (wir reden hier ja vom G60).

    Wenn ich jetzt aber einen Kompressions Test mache, wird ja keine Luft in den Brennraum gedrückt (wie beim Turbo, G60 oder Kompressor) sonndern die Luft wird rein gesaugt vom Zylinder (darum muss man die Drosselklappe öffnen).

    Also holt sich der Zylinder nur so viel Luft wie er von selber "ansaugen" kann. Ihm wird ja die Luft nicht aufgezwungen. Wenn die Ventile dann schließen und der Kolben nach oben Wandert kann die Luft nur über die Kolbenringe / Zylinderkopfdichtung / Ventile oder Zündkerzen entweichen (Theoretisch).
    Daher sollte sich bei einem anderen Verdichtungsverhältniss auch nicht die Kompression ändern.

    Ich weiß nicht wie bei einem Diesel die hohen Kompressions werte zustande kommen, es ist ja möglich das die andere Kolbenringe haben.

  • Zitat von Rallye Rob

    12Bar sind beim G60 keine seltenheit und 100% möglich.
    Was die Verdichtung angeht.... so wie ich gelesen hab ändert sich die Kompression bei Änderung des Verdichtungsverhältnisses nicht.

    mit einer höheren oder niedrigeren Verdichtung senke oder hebe ich den Hubraum an. d.h. ich bekomme mehr oder weniger Gas / Luft gemisch in den Brennraum gedrückt (wir reden hier ja vom G60).

    Das ist komplett Unsinn. Die Verdichtung hat mit dem Hubraum in keiner Form etwas zu tun. Sie alleine ist das Verhältnis zwischen Hubraum und dem Raum über dem Kolben in OT. Eine hohe Verdichtung bedeutet eine hohe Komprimierung der Luft "im Hubraum". Die Luft wird also in einem relativ kleinem Raum verdichtet und der Druck ist entspr. hoch. (Diesel). Ist die Verdichtung gering ist der Raum über dem Kolben im Verhältnis zum Hubraum größer. Die Luft wird nicht so stark verdichtet, der Druck ist geringer. Nichts anderes ist die Kompression. Wollte man den Druck des Laders mit einbringen bräuchte man zunächst eine viel höhere Drehzahl. Desweiteren wäre das eine zusätzliche Fehlerquelle. Dabei geht es doch bei der Messung der Kompression darum möglichst die Fehlerquelle einzugrenzen. Das macht also keinen Sinn und ist auch praktisch garnicht durchführbar. Stattdessen sind die Sollwerte bei einem niedrig verdichteten Motor einfach geringer.

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